History of Découpage & Collage

Das Wort Découpage hat seinen Ursprung in der französischen Sprache und wurde von découper, auf Deutsch bedeutet das ausschneiden, hergeleitet. Bei dieser speziellen Kunsttechnik werden Motive aus Papier ausgeschnitten und auf ein Möbelstück, eine Kiste oder einen anderen Gegenstand aufgeklebt. Einzelne Papierausschnitte werden miteinander kombiniert und mit einem speziellen Klebstoff über mehrere Schichten aufeinander geklebt. Bei der traditionellen Methode werden sogar 30 bis zu 40 Lackschichten aufgetragen und am Ende fein geschliffen, bis ein poliertes Finish die Kunstarbeit vollendet.

Manchmal werden die Papiermotive und anderes Designmaterial unter Glas angebracht, ein abschließendes Finish ist dann nicht notwendig.

Zwei sehr eindrucksvolle Spielarten der Découpage-Technik ist die Pyramiden-Découpage und 3D-Découpage (die auch einfach nur Découpage genannt wird). Bei der 3D-Technik werden Ausschnitte des gleichen Motivs mit Klebeschaum-Abstandhaltern aufeinander geklebt, sodass das Gesamtbild mehr Tiefe bekommt. Die Pyramiden-Découpage bedient sich einer ähnlichen Technik, nur hier werden immer kleiner werdende Papierausschnitte aufeinander geklebt, die dann nach oben spitz zu laufen wie eine Pyramide.

Man vermutet den Ursprung der Découpage-Kunst in Ostsibirien. Ungefähr vor dem 12. Jahrhundert haben Nomaden ihren Verstorbenen aus Filz ausgeschnittene Bilder mit ins Grab gegeben. Diese Technik wurde dann von den Chinesen adaptiert und verfeinert. Sie schnitten aus feinem Papier zeitgenössische Motive ihrer Heimat und dekorierten damit Laternen, Schachteln, Fenster und weitere Dinge.

Italien und insbesondere Venedig vertiefte im 17. Jahrhundert seine Handelsbeziehungen mit China und entdeckte für sich die chinesische Handwerkskunst des Découpage. Schon bald zeigten sich weitere europäische Länder an dieser Kunstform interessiert. Die wunderschönen Möbel mit dem exotischen Design aus dem Reich der Mitte faszinierten die Europäer und schon bald wünschten sich viele Adlige und reiche Herrschaften ein solch ausgefallenes Möbelstück ihr Eigen zu nennen. Die Preise, für die in China hergestellten Lackmöbel und Kunstgegenstände, waren sehr hoch und ebenso konnte die steigende Nachfrage nach den ausgefallenen Stücken nicht in der gewünschten Zeit gestillt werden. So kamen findige Möbelhersteller in Venedig auf die Idee, die begehrten Möbel und Deko-Gegenstände selbst schneller und günstiger zu fertigen, indem sie orientalische Drucke ausschnitten, diese auf das Objekt klebten und mit Lack versiegelten. Endlich war es allen Liebhabern der Découpage-Kunst möglich, ein solches Möbelstück oder Kunstobjekt für wenig Geld zu erwerben und ein neuer Name für diese Kunstrichtung war geboren: “l’arte del povero” – die Kunst des armen Mannes.

Im 18. Jahrhundert entdeckten dann die feinen Damen am Hof von Ludwig XV ihre Leidenschaft für diese Kunst und Découpage und die Collage wurden zum beliebten Zeitvertreib.

Aber auch der englische Adel war von dem Kunststil Découpage begeistert. Eine der berühmtesten Découpage-Künstlerinnen war Mary Delany, die zurzeit König George III am englischen Hof lebte. Mit 71 Jahren widmete sie sich der Découpage-Kunst und ihre erstaunlichen Kreationen sind heutzutage im britischen Museum in London ausgestellt.

In der viktorianischen Zeit im 19. Jahrhundert änderte sich der Geschmack und sehr blumige Collagen, mit einem sentimentalen Flair, wurden beliebter. Angesagt war es auch Paravents, Lampenständer, Kisten und weitere Gegenstände mit Ausschnitten aus Valentinskarten und Papierdrucken zu verzieren.

Découpage ist bis heute beliebt und es existieren unterschiedliche Stilrichtungen und Herstellungs-Techniken. Dieser Kunststil ist für jedermann zugänglich und eine Möglichkeit, sich selbst künstlerisch auszudrücken. Aber nur wahre Künstler und Künstlerinnen verstehen es, durch die Découpage aus Alltagsgegenständen wahre Kleinode zu erschaffen.